Wolframkarbideinsätze dienen als „Zähne“ einer Tunnelbohrmaschine (TBM) und tragen die Hauptlast des enormen Drucks und der Reibung, die zum Pulverisieren von Gestein erforderlich sind. Diese Einsätze sind strategisch in Frässcheiben oder Bohrmeißel eingebettet, um sicherzustellen, dass die Maschine durch verschiedene geologische Schichten navigieren kann, von weichem Boden bis hin zu extrem hartem Granit. Ohne die hohe Härte und Bruchzähigkeit von Wolframkarbid würden sich die Schneidwerkzeuge vorzeitig abnutzen, was in tiefen unterirdischen Umgebungen zu häufigen, kostspieligen Ausfallzeiten für den Austausch führen würde.
Die Leistung von Hartmetalleinsätze für Tunnelbohrmaschinen s wird hauptsächlich durch ihren Kobaltgehalt und ihre Korngröße bestimmt. Ein geringerer Kobaltanteil erhöht typischerweise die Härte und Verschleißfestigkeit, was ideal für abrasives Gestein ist. Umgekehrt erhöht ein höherer Kobaltgehalt die Zähigkeit und verhindert, dass die Einsätze beim Auftreffen auf harte, unregelmäßige Felsbrocken reißen. Hersteller verwenden häufig „Gradienten“-Karbide, die eine harte Außenschale mit einem härteren Kern kombinieren, um die Lebensdauer des Werkzeugs bei Aushubprojekten über große Entfernungen zu maximieren.
Unterschiedliche geologische Bedingungen erfordern spezifische Wendeschneidplattengeometrien, um den Zerkleinerungs- und Zerkleinerungsprozess zu optimieren. Die Wahl der Form wirkt sich direkt auf die Eindringgeschwindigkeit und die Energieeffizienz der TBM aus. Die Wahl der falschen Geometrie kann zu „Kernbildung“ oder ungleichmäßigem Verschleiß am Schneidkopf führen, was die gesamte Projektzeitplanung beeinträchtigt.
Für Ingenieure ist es wichtig, den Zusammenhang zwischen der uneingeschränkten Druckfestigkeit (UCS) des Gesteins und der Hartmetallsorte zu verstehen. Die folgende Tabelle veranschaulicht die typischen Auswahlkriterien für Wolframcarbid-Einsätze basierend auf den Bodenbedingungen, die beim Tunnelbau auftreten.
| Gesteinstyp | Härte (UCS) | Empfohlene Hartmetallsorte |
| Weiches Sediment | < 50 MPa | Hohe Zähigkeit (10–12 % Kobalt) |
| Mittlerer Sandstein | 50 - 150 MPa | Allzweck (8–10 % Kobalt) |
| Harter Granit/Basalt | > 200 MPa | Hohe Härte (6 % Kobalt) |
Der wirtschaftliche Erfolg eines Tunnelbauprojekts hängt oft von der Wartung von Wolframcarbid-Einsätzen für Tunnelbohrmaschinen ab. Durch die Überwachung der „Verschleißfläche“ an den Einsätzen können Bediener vorhersagen, wann eine Schneidscheibe zur Überholung zurückgezogen werden muss. Wenn eine Wendeschneidplatte über ihren kritischen Punkt hinaus verschleißt, kann dies zum Versagen des Stahlkörpers des Fräsers führen, was zu wesentlich teureren Reparaturen als bei einem einfachen Hartmetallwechsel führt.
Selbst das hochwertigste Wolframcarbid ist nutzlos, wenn der Einsatz aus seiner Fassung fällt. Durch Hochtemperaturlöten oder spezielle Pressverbindungen wird sichergestellt, dass die Einsätze auch bei extremen Vibrationen fest sitzen. Qualitätskontrollverfahren wie Ultraschallprüfungen werden häufig eingesetzt, um die Verbindung zwischen dem Hartmetall und dem Stahlwerkzeughalter zu überprüfen und so die Zuverlässigkeit in den anspruchsvollsten unterirdischen Umgebungen sicherzustellen.