Wolframkarbid ist ein Verbundwerkstoff, der aus Karbidpartikeln besteht, die durch einen metallischen Binder, typischerweise Kobalt, miteinander verbunden sind. Im Bereich des Hochgeschwindigkeitsstanzens wird dieses Material vor allem aufgrund seiner außergewöhnlichen Härte und Widerstandsfähigkeit gegen Druckverformung ausgewählt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Werkzeugstählen behält Wolframkarbid seine strukturelle Integrität auch unter extremem Druck, wodurch das Risiko einer Matrizenverformung erheblich verringert wird. Diese Eigenschaft ist von entscheidender Bedeutung für die Einhaltung enger Toleranzen bei elektronischen Komponenten und Präzisionsautoteilen, bei denen selbst eine Abweichung im Mikrometerbereich zu Montagefehlern führen kann.
Bei der Bewertung der Kapitalrendite für Werkzeuge müssen Ingenieure über die Anschaffungskosten hinausblicken. Die Lebensdauer von Hartmetall-Stanzwerkzeugen ist oft um den Faktor zehn oder mehr höher als die von Stahlwerkzeugen. In der folgenden Tabelle werden die wichtigsten physikalischen Unterschiede hervorgehoben, die die Leistung der Stanzpresse bestimmen:
| Eigentum | Wolframcarbid | Schnellarbeitsstahl (HSS) |
| Härte (HRA) | 88 - 92 | 60 - 65 (HRC) |
| Druckfestigkeit | Sehr hoch | Mäßig |
| Verschleißfestigkeit | Ausgezeichnet | Gut |
| Elastizitätsmodul | Hoch (steif) | Mäßig |
Entwerfen eines Hartmetall-Stanzform erfordert aufgrund der inhärenten Sprödigkeit des Materials einen anderen Ansatz als Stahl. Obwohl es eine unglaublich starke Kompression aufweist, ist es anfällig für Brüche unter Spannung oder plötzlichen Stößen. Ingenieure müssen spezifische Designstrategien umsetzen, um diese Risiken zu mindern und die Langlebigkeit des Werkzeugs sicherzustellen.
Hartmetallmatrizen erfordern hochpräzise Matrizensätze mit Kugelführung, um seitliche Bewegungen zu verhindern. Da der Abstand zwischen Stempel und Matrize oft extrem klein ist (manchmal weniger als 5 % der Materialdicke), kann jede Fehlausrichtung dazu führen, dass die Hartmetallkanten beim Aufprall sofort abplatzen oder „galgen“.
Aufgrund ihrer Sprödigkeit werden Hartmetalleinsätze selten als massiver Block für große Matrizen verwendet. Stattdessen werden sie typischerweise in Stahlhalter eingeschrumpft. Dieser Prozess erzeugt einen vorkomprimierten Zustand für das Hartmetall, der ihm hilft, den Zugspannungen standzuhalten, die während der Abziehphase des Stanzzyklus entstehen.
Der Einsatz von Wolframcarbid in der Stanzindustrie ist auf die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Hochgeschwindigkeitsproduktion zurückzuführen. In Branchen wie der Leadframe-Herstellung oder dem Stanzen von Motorlaminaten können Pressen mit Geschwindigkeiten von mehr als 1.000 Hüben pro Minute laufen. In diesen Umgebungen bietet Hartmetall mehrere betriebliche Vorteile:
Die Wartung einer Hartmetall-Stanzform erfordert spezielle Ausrüstung und Fachwissen. Da Hartmetall nicht durch herkömmliches Fräsen oder Drehen bearbeitet werden kann, sind Funkenerosion (EDM) und Diamantscheibenschleifen die Standardmethoden zum Formen und Schärfen. Es ist wichtig, beim Diamantschleifen einen Feinvorschub zu verwenden, um „Kobaltauslaugung“ oder thermische Risse zu vermeiden, die die strukturelle Integrität der Matrizenkante beeinträchtigen können. Darüber hinaus müssen Bediener mit diesen Werkzeugen äußerst vorsichtig umgehen; Selbst ein kleiner Sturz auf einen harten Boden kann zu einem katastrophalen Bruch führen, der oft irreparabel ist.